Aber nein

Es gibt Menschen, die jede Aussage mit einer Gegenaussage kommentieren.

Um ein Beispiel zu machen: ist heute nicht schönes angenehmes Wetter? Schon, nur könnte es doch eigentlich 5 Grad wärmer sein. Oder: fandest Du nicht auch, dass das gestern Abend ein tolles Fußballspiel war? Die hätten doch aber höher gewinnen können.

Es gibt zwei Arten von ‚aber nein‘: die erste Art verstärkt noch die erste Aussauge. Der die gemacht hat, ist dann über das Nein recht überrascht. Am liebsten würde er kommentieren: aber das habe ich doch gerade selbst gesagt. Er ist dann ein wenig verwirrt.

Die zweite Art ist die Entgegnung mit einer Bekräftigung, dass die Aussage nicht stimmt – eigentlich eine bodenlose Behauptung ist. Es ist wie ‚stimmt nicht’.

Solche Menschen mit diesem Automatismus kommen vor: und sie nerven. Denn stets provozieren die das Gefühl, dass der andere belehrt und besser weiß, was richtig ist. Der andere stellt sich also auf eine höhere Stufe – ganz wie ein Gewinner einer Goldmedaille. Und dann weiß man auch, dass man schlechter, schwächer und weniger leistungsfähig ist. Aber: der andere behauptet es ja nur.

Vermutlich schwingt das bei den meisten Menschen mit. Doch erfüllen sie wohl eher den Wunsch des Besserwissers; der Ärger des anderen ist ein Kollateralschaden, der eben damit einher geht.

Solche Menschen können nicht glücklich werden, soweit sie nicht Partner finden, die wiederum sagen müssten: aber ja, Sie haben natürlich vollkommen recht. Das sind die, für welche die Vermeidung von Konflikten und ihren Konsequenzen das höchste Gut für das eigene Verhalten ist. Nur dann passen ‚aber nein’ und ‚aber ja’ zusammen.

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