Hauptsache Spaß

Die Menschen aus Afrika und der Karibik sind für jeden Spaß zu haben und gehen keinem Spaß aus dem Weg. Es ist immer lustig mit ihnen. Man könnte meinen, sie wären nur und ausschließlich dafür auf der Welt. Alles muss dahinter zurückstehen.

Wenn man nun Länder aus diesen Regionen als rückständig bezeichnet, so geht der Eurozentriker davon aus, dass er die Messlatte für richtiges Benehmen setzt. Und wahrscheinlich hat er auch Recht: denn die Spaßeshaltung führt nicht dazu, sich für materiellen Fortschritt zu engagieren und sein Leben zu opfern. Denn gerade im Immateriellen liegt für diese Menschen der Kern des Lebens.

Ist also Spaß und Humor eine Wachstumsbremse? Das ist vermutlich so einfach nicht zu sagen! Man kann sich auch der Frage widmen, wie Innovationsgeist und Humor korrelieren. Vielleicht gibt es dazu ja schon Forschung – was ich jedoch leider nicht weiß. Jedoch lässt sich auch eine gewisse Annäherung per Augenschein vornehmen. Nehmen wir Philosophen und Denker: ist von denen Humor überliefert? Es sind gewiss nicht Kant und Heidegger: der eine saß permanent in seiner Stube, der andere durchwanderte den Schwarzwald. Zumindest könnte man ahnen, dass Zweideutigkeiten ein kleines Werkzeug des Denkens sind; zum einen schreiben viele Denker in autoritären Regimes; zum anderen könnte man sich so Gedankenspielereien widmen. Aphorismen sind von einer Reihe von Denkern überliefert – teils mit Spuren von Humor, teils nicht. Schopenhauer wäre so ein Vertreter.

Auch Politiker werden gerne und häufig zitiert – selbst wenn ihr Image schlecht ist. Haben sie es ist einmal zum Status des Staatenlenkers geschafft, so wird ihnen alles als tief durchdacht abgenommen. Die gesamte politische Klasse scheint mir weniger korrupt als äußerst geistreich und eben offen für Entcullungen. Persönlich könnte ich mich bei derzeitigen Politikern wie Schäuble, Lammers oder Merkel davon überzeugen. Auch Clinton oder Obama sind geradezu witzig. Der Star ist und bleibt jedoch Churchill, der unfassbare bon mots hinterlassen hat.

Ob nun Wirtschaftslenker ausgewiesenen Humor haben, weiß ich nun auch nicht. Auch gibt es zumindest keinen, der auffallen würde bzw. das in der breiten Öffentlichkeit demonstrieren könnte. Vielleicht sind eben Unternehmer zu fokussiert, zu ehrgeizig. Vielleicht ist auch der Humor ein Hindernis – oder hat eben im Weltbild des Profiteure keinen der Platz.

Wirksam für die Entwicklung von Innovationen sind mehrere Faktoren, wenn man den Kognitionsforschern folgt. Denn Offenheit und Phantasie des Geistes muss man schon haben; auch die Chance, gleichförmige Routinen durchbrechen zu können. Das Zulassen von Un-Sinn, das Durchspielen von Szenarien spielt eine große Rolle.

Also könnte es doch sein, dass der Humor eine ständige Innovation ist? Sucht man nicht die Absurditäten, also die Abweichungen von der Normalität? Könnte man nicht so viel einfacher auf bessere Lösungen stoßen?

Schwer zu sagen, ob die Haltung des Spaßmachens uns hilft.

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